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THE MANUAL

Oft komme ich nicht dazu, Mainstream-Musik anzuhören. Privat vermeide ich den nicht-selektiven Medienkonsum, konzentriere mich auf Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und Phoenix. Trotzdem mag ich elektronische Musik sehr und konsumiere online.

Zufällig bin ich auf einen Chart-Erfolg gestossen: Klangkarussell — Sonnentanz:

http://www.youtube.com/watch?v=aiumJ_nDkhs&height=340

Leute aus Österreich, die damit alleine auf YouTube 10 Millionen Views bekamen, einen Chart-Erfolg inklusive Musikpreis — und damit Kohle obendrein. Doch recht schnell haben andere skrupellose Kulturneider das Lied wieder auseinandergenommen: Sämtliche Bestandteile sind Samples aus zwei Sample-Kollektionen, so genannten Track-Kits.

In solchen Kits werden sämtliche Audiobestandteile eines Tracks in verschiedenen Versionen und Abwandlungen inkludiert. Man kombiniert die Loops und Sounds in ein nettes Arrangement und fertig ist der “eigene” Song. Genau das haben die Klangkarussell-Leute gemacht. Völlig legal, denn dazu sind diese Kits da.

Das erinnerte mich an The Manual aus dem Hause The KLF. Einer in den frühen 90ern erfolgreichen Gruppe, die das Hitproduzieren auf niedrigem Niveau und mit wenig Einsatz aller Bestandteile perfektioniert haben. Kommerziell erfolgreicher Trash-Pop. Auf der Höhe ihres Erfolges haben The KLF in einem Happening eine Million Britische Pfund verbrannt und sich dann konsequenterweise aufgelöst.

Der Nachwelt haben sie mit The Manual eine zynische aber extrem zutreffende Anleitung zur erfolgreichen Trashproduktion hinterlassen. Bela B von den Ärzten hat The Manual als Hörbuch in deutscher Sprache gesprochen, ein deutschsprachiges 50-Minuten Hörspiel fürs Radio wurde auch produziert, basierend auf einem realen Vorbild im Jahre 2002.

Weil ich gerade richtig gut drauf war, sagte ich mir: Das probiere ich auch! Also schnell ein paar Sample-Packs aus dem selben Haus wie bei Klangkarussell gekauft und in Ableton Live zusammengeklickt. Klar es ist scheisse, aber es hat schon etwas groove:;

Brass — weil es dort im Prinzip schief klingt um gut zu sein.

Club House — weil es grooven muss.

Also in 30 Minuten zusammengemischt und auf SoundCloud hochgeladen, dann noch einen Titel überlegt – irgendwas mit Brass…klingt etwas nach Weihnachten…naja… hat ja was von Folklore und ausserdem kommt ein Bayern-Bezug immer gut an.

Also “XMAS in Tolz” — Weihnachten in Tölz! Auf Twitter wurde mir der Tipp gegeben, ich solle doch “Bavarian” davor schreiben um auch in den USA erfolgreich zu sein. Prima Idee! Also umbenannt in “Bavarian XMAS in Tolz”, was ich später noch auf “Bavarian XMAS (in Tolz)” gekürzt habe. Umlaut musste weg um möglichst international präsent zu sein, von Ibiza bis Miami!

Eine richtig schleimig-käsige Dudelmucke mit heile Welt-Lokalkolorit-Assoziation! Toll!

Ich war nun schon gut 1.5h an diesem Projekt und der Überzeugung, hier müsste auch noch ein schleimig-käsiges Video gemacht werden. Wir hatten also ein Gedudel, Weihnachten und Bayern. Und kein Video auf YouTube. Schlecht.

Kein Problem: Ich durchsuchte den Bayerische Touristenpropaganda-Kanal auf YouTube und nahm ein “Winter in Bayern”-Video aus 2012 als Grundlage. Schnell in iMovie importiert, den Ton weg und meine Dudelei draufgemischt.

Fast Perfekt! Noch ein paar Videoteile gelooped, damit es einigermaßen auf die Musiklänge passt, Musiktitel-Einblendung am Anfang und am Ende — und ab damit auf YouTube!

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Zuletzt habe ich auf Twitter noch drei Radiosender genervt, ob sie das nicht spielen wollten. Noch habe ich zwar keine Antwort bekommen, aber der Track groovt einfach…

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half-troll-face

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