Seit Anbeginn des Webs bestand ein Quasi-Monopol auf verlässliche Transaktionen auf Kreditkarten, die heute alle in den Händen zweier US-Konzerne sind. Es gab immer wieder Versuche, Alternativen auf Wallet-Basis zu schaffen, letztlich das, was heute als PayPal bekannt ist. Ein Mittelsmann übernimmt die technische Transaktion, Missbrauchsprävention und Inkasso gegen Transaktionsentgelte.
Nun haben wir in Europa aber seit Langem die SEPA und seit kurzem sind auch Echtzeitüberweisungen kostenfrei. Somit können wir, ohne das etablierte europäische Bankwesen zu verlassen, in Echtzeit Transaktionen anstoßen – verlässliche Transaktionen.
Jeder E-Commerce-Händler sollte auf oberster Priorität haben, möglichst viele Transaktionen hierüber zu akquirieren, um Kosten zu sparen. Dazu muss man es den Kunden aber einfach machen. Doch das wäre es längst schon, würden Händler ihre Zahlungsdaten z.B. als QR-Code angeben.
Die Homebanking-App der Kunden auf ihren Smartphones kann diese scannen und ohne Übertragsfehler in Sekunden eine Transaktion generieren und der Zahlvorgang ist dann abgeschlossen aus Kundensicht. Seit Kurzem werden auch Empfängerdaten angezeigt bzw. validiert, sodass auch hier ein kleiner zusätzlicher Schutz dazugekommen ist, an „den Richtigen“ zu überweisen.
Der technische Hintergrund ist bei https://de.wikipedia.org/wiki/EPC-QR-Code beschrieben, der hierzulande auch als GiroCode bekannt ist, hier geht es zur Sparkasse.
Apps von Direktbanken sind meist schon viel weiter und erlauben auch eine Texterkennung (OCR), doch auch hierzu müssen sämtliche Transaktionsdaten auf möglichst kleinem Raum stehen und manuell fokussiert werden. Eine große Rechnung auf A4-PDF mit Bankverbindungen im Footer sind unbrauchbar.
Richtig gemacht ist der Prozess auch für Kunden einfacher, als mit PayPal.
Und wer extrem schlau und fähig ist, lässt diesen QR-Code auch am Point of Sale, also einer Filiale generieren. Das erfordert natürlich auch die sofortige Empfangsbestätigung auf Anbieterseite, um die Ware dann ausgeben zu können.
https://www.youtube.com/watch?v=cczhr9gET2M
Ein Wermutstropfen bleibt:
EPC‑QR/GiroCode erlaubt es nicht, explizit die Anforderung „Echtzeitüberweisung“ zu encoden. Nutzer, die in der Banking-App vergessen, dies auszuwählen, werden z.B. vor Ort keine Ware bekommen, da die Zahlung erst innerhalb eines Werktages gutgeschrieben wird.
Hier sollte die EU auch das Zeitfenster weiter reduzieren, wie es in der Vergangenheit schon passiert ist. Auch heute wären Überweisungen – wie eben die Echtzeitüberweisung – auch in Echtzeit möglich, zumindest aber in einem Fenster von wenigen Minuten. Ausgenommen sind die wenigen TARGET2/SEPA-Feiertage, die bei Echtzeitüberweisungen aber schon nicht mehr gelten.