Okay, 15 Jahre nach meinem Erstkontakt mit einem RepRap habe ich mir nun doch einen Drucker gekauft, und zwar den Anycubix Kobra X, den es bei AliExpress aus europäischem Lager immer mal wieder für wenig Geld (unter 250€) gibt. Lange vorbei sind die Zeiten des Bastelns, das Ding funktioniert ziemlich zuverlässig und war auch schnell aufgebaut.

Bewusst habe ich mich gegen Bambu Lab entschieden, da diese gerade massiv einen Shitstorm erhalten, weil sie AGPL-Code mutmaßlich unrechtmäßig einsetzen und damit die Rechte der OpenSource-Entwickler verletzten.
Generell muss man aber sagen, dass alle 3D-Drucker aus China problematisch sind, da laut dem europäischen Hersteller Prusa die Vormachtstellung im FDM („3D Druck“) eines der politischen Ziele ist und chinesische Unternehmen sich ebenso staatlicher Überwachung hingeben müssen, wie US-Amerikanische. Ich rate daher, die Geräte in einem extra VLAN zu betreiben, wo kein Zugriff auf interne IT möglich ist, also bspw. NAS oder Desktops/Notebooks.
Bevor man sich so ein Gerät anschafft, sollte man sich gut den Einsatzzweck überlegen. Viele User drucken einfach nur den Kram aus, den andere auf einer der großen Plattformen (Thingiverse, Printable, Makerworld, Makeronline etc) veröffentlichen. Ehrlich gesagt ist in meinen Augen auch nur Plastikmüll, selbst wenn es sich um Action-Figuren oder andere Figuren handelt. Mein Ziel ist die Herstellung von Ersatzteilen für meine Geräte, sei es im Haushalt, am Fahrrad oder an meinen elektronischen Geräten.
Hierzu muss man sich CAD beibringen und leider gibt es, neben FreeCAD und 1-2 anderer freien Applikationen, nur sehr teurer Anwendungen. OnShape läuft z.B. nur im Browser in der Cloud. Fusion360 ist in der Privatanwender-Version sehr beschränkt. Sobald man sich für die kostenpflichtigen Tarife entscheidet, ist man mit Abokosten von 500-1500€ im Jahr dabei.
Onshapes Privatversion hat noch eine fiese Einschränkung: Alle erstellten Konstruktionen sind für alle anderen einsehbar, d.h. wer hier etwas Komplexes entwirft, kann sofort kopiert werden. Dafür ist die Einstiegshürde quasi nicht vorhanden, es läuft in jedem Browser.
Für mich trotzdem aktuell das Mittel der Wahl, da es auf YouTube sehr viele Kurse dazu gibt, die ich nach und nach durcharbeite.
Beispielsweise:
oder:
Ich gehe mal davon aus, dass ich das Wissen in großen Teilen auch auf Fusion und FreeCAD übertragen werde können.
Neben einem günstigen digitalen Messschieber habe ich mir Kunststoff zum Drucken besorgt. Hier hat man aktuell das Glück, dass der chinesische E-Commerce-Konzern JD auch in Deutschland Fuß fassen möchte und relativ preiswert sogenanntes Filament verschickt, auch mit einem Tag Lieferzeit und ab 29€ versandkostenfrei. Eine 7-für-6-Preisaktion und 2€ Gutschein gibt es obendrauf.
So bekommt man das Anycubic PLA zu einem Kilopreis von unter 8€ inkl. aller Kosten.