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Seltsame Menschen

Über die Kotzbrocken und Arschlöcher dieser Stadt muss man keine Worte verlieren. Umso erstaunter bin ich, der aktuell öfter mal in Schwabing-West ist, über die dort lebenden Menschen. Egal ob bei Ärzten, Lidl, Apotheken. Zwar wird auch dort asozial gefahren und auf Radwegen geparkt, aber die Menschen sind korrekter. Sie denken mit, sind rücksichtsvoll, sie sind sauber, sie wollen die Welt nicht versauen.

Hingegen in Neuhausen sieht es bei Lidl auf dem Parkplatz aus wie auf einer Müllkippe. Nicht, weil das Personal sich nicht kümmern würde, sondern weil die Kundschaft dort sich maximal asozial verhält. Auch in unserer Wohnlage ist das in den letzten 20 Jahren stark gekippt. Viele resignieren.

Ich möchte keine voreiligen Schlüsse ziehen, warum das so ist. Aber es ist extrem spürbar.

Ich vermute, dass es immer einen Kipp-Punkt gibt. Einen Bereich davor, der auch maximal integrativ ist und bei dem sich Menschen wirklich positiv anstrengen, dazuzugehören und Vorbilder zu sein. Und hinter dem Kipp-Punkt ist jeder sich selbst der/die nächste, es zählen nur noch Ellbogen und ggf. eigene Peergroup. Es wird gelogen, geklaut, beleidigt, betrogen, sämtliche Regeln (z. B. StVO) ignoriert. Es wird auf Fußwegen vor Grundschulen mit PKW gerast(!), wo nicht mal gefahren oder geparkt werden dürfte. Dabei gibt es vielleicht im selben Haus Kinder, die dortige KiTa oder Grundschule besuchen.

Laut Mietenspiegel und anderer Metriken sollte Neuhausen-Nymphenburg eigentlich ein sehr bodenständiger Bezirk sein, sicherlich nicht viel ärmer als Schwabing-West. Trotzdem ist der Kipp-Punkt hier überschritten. Es gibt nur noch wenige hyper-regionale Angebote, keine ausreichende Anzahl an Stadtteilläden, keine Bürgervereine. Vielleicht noch in einzelnen Straßenzügen, aber nicht im Großen.

Selbst die Neubausiedlung am Ackermannbogen, zu Beginn der 00er-Jahre aus dem Boden gestampft und Teil von Schwabing-West hat einen Bürgerverein, einen großen Nachbarschaftstreff mit buchbaren Veranstaltungsräumen, einen kleinen Kern aus Gastronomie und Einzelhandel. Auch hier sind alle zugezogen, fremd, aber man hat Strukturen geschaffen. Man möchte gemeinsam ein soziales Miteinander und tut auch was dafür.

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