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Das Problem sind die Menschen

Die letzten Monate stellten einen moralischen Tiefpunkt des Social Media dar, nicht nur durch die Sockenpuppen, Trolle und Neo-Nazis im Umfeld von Trump und Musk, sondern auch das freiwillige Outing diverser Linker als Antisemiten und DDR-Unrecht-Leugner. Diskussionen zu KI wurden geführt, wie bei reaktionären Boomer Anfang der 1980er, die ISDN verteufelt haben. Es wurde sich das Weltbild schön gelogen oder alles auf bestimmte Sündenböcke projiziert. Schuld wären immer die anderen, insbesondere Superreiche.

Die geistige Niedertracht des Diskurses machte vor keiner Plattform halt, es ist also kein technisches Problem z.B. von Twitter/X, Bluesky oder Mastodon. Plattformen ziehen einfach Leute an, die Sektierer wollen und macht man dann mal das Maul auf, ist man selbst der Aggressor oder „es war ja nur ironisch gemeint“.

Ich hatte mich auf Mastodon fokussiert, aber selbst auf dem offiziellen Server des Projektes ist struktureller Antisemitismus ebenso an der Tagesordnung, wie das Leugnen der DDR-Vergangenheit ausgerechnet am 3. Oktober. Nachdem ich die DDR als Unrechtsstaat bezeichnet hatte, wurde mein Account kommentarlos gebannt.

https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/47560/die-ddr-ein-unrechtsstaat

Für mich waren Social Media-Plattformen immer eine Quelle, um Dinge zu erfahren, die mich entweder interessierten oder die interessant sein könnte. Dazu gehörten aktuellste Augenzeugenberichte, lange bevor traditionelle Medien diese verbreitet haben oder auch Dinge, die es nie in Medien geschafft haben. Darüber hinaus persönliche Anekdoten und Erfolge, z.B. Projekte im Open-Source-Umfeld, im Radverkehr (politisch, technisch, physisch).

Als Musk Twitter ruiniert hatte, war ich voll der Hoffnung, dass die überwiegend schöpfenden Accounts auf dezentrale Dienste ausweichen, aber diese Hoffnung hat sich bedauerlicherweise nicht erfüllt. Die Leute, die auf Github am produktivsten sind, sind nun mal weiter auf X aktiv. Längst sind inhaltliche Diskussionen und Nachfragen zu bestimmten Themen auf Reddit viel sinnstiftender, egal ob es um Falschparker, LLMs oder Finanzthemen geht.

Im Umfeld dieser schaffenden, schöpfenden Accounts ist für Sektierer und Hetzer auch nur noch selten Platz. Die positive Inspiration überwiegt den Frust von Deppenpostings am Rande. Und darum geht es: Signal vs Noise-Ratio.

Vor einigen Monaten habe ich mittels KI diverse OSS-Software entwickelt, veröffentlicht und betrieben, die z.B. Meldungen der Radverkehrs-Plattform ins Fediverse postet, Menschen über Twitch-IRL-Livestreams im Bereich Fahrrad und Schach informiert, diverse RSS-Feeds verschiedenster deutschsprachiger Schachwebsites zusammenfasst und veröffentlicht. Darüber hinaus ein Tool zur KI-gestützten Transkription von grafischen Inhalten und Videos.

Nachdem mir mein persönlicher Account auf mastodon.social kommentarlos gelöscht wurde, sehe ich darin keinen Sinn mehr. Ich kann nicht guten Gewissens empfehlen, eine auf dem Papier föderierte Plattform zu nutzen, deren Hauptinstanz von Spinnern moderiert wird. Im Übrigen wurden auch Bug-Reports mit detaillierter Dokumentation (inkl. screencapture) monatelang ignoriert und dann einsilbig geschlossen. Alles Zeichen von sterbenden Projekten und keinem Interesse, das beste Produkt zu entwickeln.

Die Projekte habe ich auf meinem GitHub-Repo auf „private“ umgestellt und werde die zwei eigenen Fediverse-Instanzen demnächst abstellen. Immerhin habe ich sehr viel über agentic coding gelernt, über den Einsatz von LLMs, OpenAI’s Whisper und diverse andere Dienste.

Wenn ich es mir aussuchen kann, habe ich mit netten Leuten zu tun, die auch wirklich was bewegen wollen und können. Danach kommen Arschlöcher, die etwas bewegen wollen und können – solange der Zweck die Mittel heilt.

Am schlimmsten sind aber die vorgeblich „netten“ Leute, die entweder faul, dumm oder gehirngewaschen sind und mit ihrem Handeln (oder der Unterlassung) regelmäßig die gemeinsamen Ziele sabotieren. „Net negative peers“, sozusagen.

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