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Die Münchner Eisbachwellen-Shitshow

Wer die Boulevardmedien Abendzeitung, TZ und SZ verfolgt, wird am Thema Eisbachwelle nicht vorbeikommen. Der Eisbach ist von der Isar gespeister Kanal in München, der Kanäle/Bäche im Englischen Garten speist. Auf Höhe der Prinzregentenstraße war er ein Hotspot für Surfer, da dort seit Jahren eine feste Welle verfügbar war. In Neoprenanzügen nutzen Surfer/innen die Welle ganzjährig bei Tag und Nacht auch bei Eis und Schnee. Es gibt im Stadtbild Fahrräder mit Surfbrett-Halterung zu sehen.

Schrittweise wurde vor Jahrzehnten durch Grundübertragung die Nutzung pro-forma legitimiert, der Freistaat als Eigentümer des Englischen Gartens willigte in einen Flächentausch mit der LH München ein, so berichtete Alt-OB Ude auch vor kurzem wieder darüber, was damals geleistet worden sei. Damit schien die Surfkultur dauerhaft möglich zu sein.

Bedingt durch die Strömungsgeschwindigkeit nutzen Surfer ein Halte/Rückholseil, um das Brett beim Abstieg nicht zu verlieren. Leider wurde mutmaßlich dieses einer Surferin zum tödlichen Verhängnis. Sie konnte nicht mehr lebend gerettet werden und war das erste Todesopfer.

Sofort wurde die Nutzung untersagt, die bisher geduldet und per Schilder „auf eigene Gefahr“ möglich war. Eine finale Ursache für das Unglück konnte bis dato nicht ermittelt werden, zumindest ist darüber nichts bekannt geworden. Dafür hat die Polizei den von der Stadt trocken gelegten Kanal nach Hindernissen oder Gegenständen untersucht, an denen sich das Seil womöglich verfangen haben könnte. Im Nachgang wurde eine Auskehr durchgeführt.

Die Welle war danach aber verschwunden.

Da bei uns im ersten Quartal 2026 eine Kommunal- und Bürgermeisterwahl ansteht, hat sich jeder der drei relevanten Kandidaten dazu geäußert und betont, wie wichtig die Eisbachwelle und die Surfkultur sei und diese wiederhergestellt bzw. erhalten werden müsse. Touristen aus der ganzen Welt würden diese einzigartige Attraktion vermissen.

Das Problem ist aber tiefgründiger. Wenn die Ursache für das Unglück nicht gefunden werden kann, kann auch zukünftig ein vergleichbar schlimmes Ereignis nicht ausgeschlossen werden. Eine weitere Tolerierung wäre rechtlich vermutlich nicht zulässig.

Surf-Enthusiasten haben in einer Nacht-und-Nebel-Aktion um die Weihnachtsfeiertage herum Hilfsmittel/Bretter ins Wasser gehangen und somit eine provisorische Welle geschaffen, die nach Bekanntwerden in den Medien jedoch am Sonntag, den 28.12.2025 von der Feuerwehr wieder abgebaut wurde.

Nun kocht die Szene. Die Wut auf die Verwaltung, die durchgreifen muss und andererseits auf die SPD, CSU und Grüne-OB-Kandidaten, die „das Blaue vom Himmel“ versprochen haben, was vermutlich so nicht zu halten sein wird.

Ich habe natürlich keine Ahnung von Regularien und dem Wellensurfen, vermute aber, dass eine legale Welle nur unter Versicherungsschutz möglich sein wird. Dazu müsste man den Zugang kontrollieren und auch Rettungskräfte vor Ort halten. Also wie Bademeister/DLRG in Schwimmbädern und an Badeseen. Selbst dann müsste aber gewährleistet sein, dass kein Surfer mit einem Rückhalteseil unter Wasser gezogen würde.

Die Luxuslösung wäre ein geschlossener Betrieb mit Bademeister und Zugangskontrolle und mit Bergungskräften auf Stand-by. Diese Lösung würde den Betrieb zeitlich stark einschränken und enorme Kosten verursachen. Vielleicht kann man Unternehmen aus der Privatwirtschaft als Sponsoren gewinnen, es gibt ja einige in München, die solch eine Location medial nutzen könnten. Und international auch Unternehmen, wie z.B. Red Bull aus Salzburg.

Vielleicht wäre auch ein Fangsieb 20-30m hinter der Welle ausreichend, welches Surfbretter zurückhält. Dann könnten alle auf Leinen verzichtet und die Nutzung verboten werden. Aber so ein Fangsieb könnte auch wieder im Wasser befindliche Menschen unter die Wasseroberfläche drücken, müsste regelmäßig gereinigt werden.

Doch von solchen Möglichkeiten oder konstruktiven Lösungen hört man nichts. Politiker haben pauschal etwas versprochen und können es nicht halten. Der Frust steigt, die Verwaltung kriegt auch einen Shitstorm ab, obwohl die Hände verwaltungsrechtlich gebunden sind. Keine gute Zeit für eine Demokratie.

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