Die schrecklichen Bilder des Krieges in der Ukraine bringen aktuell auch immer wieder das Thema Lichtwellenleiter (LWL) in die Medien. Ganze Landstriche sind voll mit Glasfaserkabel, die von Drohnen abgeworfen werden und eine Fernsteuerung ermöglichen. Hierbei sind elektromagnetische Störsignale (Störsender, Jammer) wirkungslos, die Bandbreite der LWL-Verbindung ist enorm und eignet sich auch für Videoübertragung in hoher Qualität.
Die Faser gibt es in Abroll-Behältnissen z.B. bei AliExpress. Vielleicht kann man das bildlich so beschreiben wie eine Spinne, die einen Faden am Hinterteil absondert.

Über die ökologischen Auswirkungen berichtet n-tv:
Noch bis heute gelten LWL eigentlich als sehr anfällig für enge Biegeradien und allgemein physische Einwirkungen. Letztlich bricht die Faser irgendwann und ist dann defekt. Mittlerweile gibt es aber hochflexible und extrem dünne Fasern sowie ausreichend Optiken um über eine Faser duplex zu übertragen. Bildlich gesprochen senden die Laser auf beiden Seite in unterschiedlichen Farben bzw. Wellenbereichen, die sich gegenseitig nicht stören.
Doch was hat das nun mit uns zu tun?
Wer in einer Mietwohnung oder einer Bestandsimmobilie wohnt, hat sicherlich große Probleme, Netzwerkkabel zu verlegen. Zwar gibt es seit Jahren Flachband CAT5E und CAT6-Kabel, doch diese sind noch immer zu dick, um sie angenehm durch Türrahmen oder unter Teppichen zu führen. Außerdem sind sie sehr anfällig.
In den USA gibt es mittlerweile auch diese hochflexible ITU G.657.B3 0,6mm LWL im Angebot „zur zivilen Nutzung“ im Set mit zwei Media-Convertern, die das Lichtsignal wieder in traditionelles Ethernet auf Kupferbasis umwandeln. Diese hauchdünnen Fasern können praktisch überall verlegt werden und sind nur aus nächster Nähe zu erkennen:
Nachdem sich die meisten Leute heute nur noch mit Smartphones, Tablets und Notebooks beschäftigen und leidlich funktionierende Repeater-Setups für teures Geld kaufen, ist der Markt hierfür wohl beschränkt. Aber es gilt: Liegt einmal Glas, kann man die Bandbreite nahezu beliebig skalieren. Alleine der Geldbeutel für die Transceiver-Optiken ist die Grenze. 1, 10, 100 Gbit/s – alles kein Problem.
Wen das Thema interessiert: Harald Karcher aus München berichtet regelmäßig über FTTx und auch inhouse-LWL-Verkabelung, hier z.B. ein Video dazu:
… und bevor jemand auf dumme Gedanken kommt:
