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Ladegerät-Abzocke bei Pedelecs/E-Bikes

Absolut bizarr finde ich die Preisgestaltung bei Ladegeräten von E-Bikes/Pedelecs am deutsche Markt. Letztlich stellt sich die technische Situation so dar: Die meisten Pedelecs verfügen über 36V DC Antriebssysteme und dementsprechend Li-Ion Akkupacks. Diese bestehen überwiegend aus Rundzellen des Klasse 18650 oder 21700, wobei 18 bzw 21 für den Durchmesser in mm steht und 65 bzw 70 für die Länge der Zelle in mm. Die 0 steht für Bauart Rundzelle.

Solche Zellen verfügen über eine Nominalspannung von 3,6V und werden über das Verfahren CC/CV (constant current, constant voltage) mit 4,2V geladen.

Um 36V zu erreichen, werden 10 Zellen in Serie geschaltet und um die Energiemenge zu erhöhen, erfolgreicht gleichzeitig eine Parallelschaltung. Gängige Akkus bestehen bspw aus 5 Zellen in Parallelschaltung in einer Serie von 10. Oder kurz: 10S 5P.

Daraus ergibt sich ein Ladestrom von bis zu 42V und je nach Konfiguration einem konstanten Ladestrom, meist 2-4 Ampere.

Alles andere ist Geschmackssache.

Richtig billig zusammengebaute Ladegeräte gibt es bei AliExpress schon ab 5€, die Premium-Modele von Bosch kostet aber im Bereich 70-100€. Natürlich kann man davon ausgehen, dass die Verarbeitung besser ist, aber der Mehrpreis ist für Bosch nur deshalb erzielbar, weil deren Stecker proprietär sind und bei neueren Modellen auch noch eine Verdongelung per CAN-Bus stattfindet. Einem Datenbus der eigentlich aus der KFZ-Welt kommt und prinzipiell eine digitale Kommunikation zwischen Bauteilen ermöglicht. Wie und wofür ist erst einmal unbestimmt.

Sämtliche Logik zum Schutz des Akkupacks liegt aber im verbauten BMS (Batteriemanagementsystem) innerhalb des Packs. Hier findet das Balancing der einzelnen Zellgruppen statt, hier werden Ladeströme, Spannungen und Temperaturen überwacht und ggf. das Laden oder Entladen unterbunden. Nicht im Ladegerät. Das Ladegerät schaltet höchstens ab, wenn die Zielspannung 42V erreicht ist bzw. gehalten wird.

Wie im Autobereich so sind auch im E-Bike-Bereich die tatsächlichen Kosten für Elektroantriebe marginal. Ganze Industriezweige brechen weg und Rendite wird nur durch proprietäre Systeme sichergestellt. Tatsächlich sind E-Antriebe extrem preiswert zu realisieren, weshalb hier in Zukunft noch viel Potenzial besteht, insbesondere für asiatische Anbieter, die freiwillig auf hohe Margen verzichte zu Gunsten von Volumina. Beispielsweise Bafang.

Eigentlich müsste der Nachhaltigkeit wegen auch die EU-Kommission hier einschreiten, ähnlich wie bei der USB-C-Pflicht. Aber noch verhindert die Lobby dies.

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