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Lidl-Plus-Usability-Tricks

Ich lehne zwar „Punkteprogramme“ ab, die händlerübergreifend ein Käuferprofil erstellen und weiterverkaufen, bei Lidl mache ich jedoch eine Ausnahme: 1. Gibt es manchmal ganz gute Rabatt-Coupons in den Wochenangeboten und 2. werden häufige Käufe von Produkte personalisiert durch Gutscheine immer mal wieder rabattiert.

Als mündiger Käufer bin ich sehr wohl in der Lage, die ca. 90% gesundheitsschädlichen Lebensmittel im Regal stehenzulassen und mich auf das zu konzentrieren, was ich eh kaufen wollte. Spätestens mit den Coupons ist Lidl deutlich günstiger als ALDI Süd.

Aber der wirkliche Grund ist einfach: Ich halte mein QR-Barcode an der Kasse auf den Scanner und bezahle mit Lidl Pay per Lastschrift. Das ist noch einfacher und schneller als Apple Pay. Wenn man folgende Dinge beachtet:

  1. Die Lidl-Plus App hat einen massiven Usability-Fail. Ich habe z.B. oftmals Mobilfunk ausgeschaltet (Flugmodus), weil ich per WIFI-Calling die bessere Verbindung habe. Dabei baut das Smartphone im Hintergrund ein IPSEC VPN zum Netzbetreiber aus und schickt alle Telefonie/SMS-Dinge per TCP/IP über den Datenkanal des WLANs. Wenn man aber nun die Lidl Plus-App im Flugmodus öffnet, wird man sofort ausgeloggt und muss sich mühsam, nach Aktivieren des Mobilfunks, wieder mit SMS-2FA anmelden. TOTP oder Passkey werden nämlich nicht unterstützt. Es ist also gut, schon etwas vor dem Anstellen an der Kasse zu schauen, ob Mobilfunk aktiviert und man in der App eingeloggt ist.
  2. Bei Lidl sind die Pfandautomaten in unserer Region sehr oft vor dem Eingang und mittlerweile kann man ohne Papierbon das Guthaben direkt in der App aufbewahren. Das Problem ist: Wählt man erst nach Beendigung des Pfandeinwurfs „Digitaler Pfandbon“ aus, hat man nur ca. 5 Sekunden Zeit, den QR-Code mit der Lidl Plus App zu fotografieren, ansonsten kommt automatisch doch wieder ein nerviger Papierbon. Der Trick ist, dass der relativ kleine QR-Code auf dem Display schon vor Einwurf auch schon nutzbar ist. Man geht also als Erstes in die Lidl Plus App und die dortige Pfand-Scan-Funktion, erfasst den Barcode und hat dann genügend Zeit, das Handy wegzulegen und mit zwei Händen das Pfand in Rekordzeit einzuwerfen, während vielleicht IQ70-Kunden daneben für 5 Flaschen zwei Minuten brauchen, weil sie noch nie in ihrem Leben Pfand eingeworfen haben oder eine negative Lernkurve erreichen. Wer das Pfand in einer Tasche hat, kann einen Henkel an den Haken des Automaten hängen und so noch bequemer einwerfen. Wenn man es intellektuell hinbekommt.
  3. Nicht auf den Papierbon verzichten! Per Lidl Plus/Pay bezahlte Einkäufe erscheinen automatisch in der App mit einem Kassenbon, aber man sollte nicht auf den Papierbon verzichten. Nur so kann man in wenigen Sekunden fragliche Posten erkennen und klären. Manchmal dauert es fünf Minuten, bis der digitale Bon verfügbar ist. Viel Spaß dann zurückzugehen und zu reklamieren. Bei der Metro ist das besser gelöst, da ist es wirklich instant.

Wie immer gilt: Niemand hat etwas zu verschenken und Coupons sind Köder. Umso erstaunlicher finde ich, dass von Lidl Coupons auch für margenschwache Produkte angeboten werden, die man regelmäßig kauft. Oder der Markt zockt hier generell Kunden ab und Lidl profitiert da einfach nur weniger. Beispielsweise bekommt man den Magerquark 500g aktuell für 99ct, aber als wöchentlicher Käufer erhalte hier oft 15% oder 20% Rabatt. Erreicht man etwas Monatsumsatz, bekommt man auch Gutscheine für Gratisprodukte, z.B. Mehl, Zucker, Vitamin-B12 Nahrungsergänzung, Joghurt etc..

Und noch ein wütender Kommentar zum Schluss: Mit der dem Jugendschutz vorgeschobenen Komplettüberwachung des Internets könnte man auch gleich das Bargeld abschaffen. Ein Großteil der Lidl-Kunden zahlen mit fragwürdigen Mengen an Bargeld und brauchen dafür auch EWIG. Man könnte z.B. wenigstens nur von 7-9 Uhr Barzahlung akzeptieren, damit renitente Rentner und Steuerhinterzieher wenigstens zu den übrigen Zeiten den Laden nicht aufhalten. Denn Boomer und Co. ruinieren nicht nur unseren kompletten Staat und seine Sozialsysteme, sondern nerven auch noch zu Stoßzeiten der Berufstätigen, deren enorme Abgabenlast die Existenz der Alten überhaupt noch sichert. Dankbarkeit erwartet niemand, aber wenigstens etwas Respekt und Mitdenken.

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