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Lastenrad-Sharing bei der Nordallianz

Die Gemeinden am/um den Stadtrand von München herum (vulgo Speckgürtel) haben sich organisatorisch zu verschiedenen Gruppen verbündet. Im Westen ist zur WestAllianz, im Norden zur Nordallianz. Gemeinsame Standpunkte zu Verkehrs- und Umweltprojekten, aber auch gemeinsame Kulturprojekte zeigen seit langem, dass man gemeinsam viel erreichen kann. Mehr als z.B. in der Landeshauptstadt selbst.

Die WestAllianz München hat vor einigen Jahren den „Räuber Kneißl-Radweg“ ausgebaut, bereits 2024 legte die Nordallianz nach mit einem eigenen Lastenradverleih in teilnehmenden Gemeinden.

Organisatorisch wird das Produkt Evemo verwendet, auf das auch schon das Hannah-Lastenradprojekt in Hannover gewechselt ist. Im Gegensatz zum freien und quelloffenen WordPress-Plugin CommonsBooking, das von vielen „Freien Lastenrad„-Projekten verwendet wird, handelt es sich hier um eine kommerzielle Software, die allerdings auch auf Smartphones mit einer nativen App verfügbar ist und meines Wissens auch Code für smarte Fahrradschlösser hat, was die Schlüsselübergabe vereinfacht bzw. überflüssig macht.

Stand heute gibt es folgende Standorte, an denen E-Lastenräder kostenlos für 48 Stunden ausgeliehen werden können:

  • Eching – ein Bakfiets Lastenrad, Standort Rathaus
  • Garching – zwei Babboe Lastenräder, Standort Rathaus
  • Hallbergmoos – Startdatum noch offen
  • Neufahrn – ein Bakfiets Lastenrad, Standort Rathaus / VHS-Pavillon
  • Unterföhring – ein Hercules Lastenrad, Standort Bürgerhaus
  • Unterschleißheim – ein Christiania Lastenrad, Standort Nachbarschaftshilfe

Soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann, hat man sich eher für robuste, traditionelle Modelle entschieden und mehr auf Lasten- als auf Kindertransporträder geachtet. Ein guter Schritt. Gerade die Regenzelte sind sehr teuer und anfällig, im Verleih quasi nicht realisierbar.

Um Steuer-Displays und Ladegeräte auszuhändigen, wurde ein PIN-geschützter Schlüsselkasten entwickelt, dessen PIN dann über die App mitgeteilt wird. Bleibt nur zu wünschen und zu hoffen, dass viele Einwohnende das ausprobieren und pfleglich behandeln.

Das Bakfiets.NL Trike in Unterführung hat im Übrigen alleine in der Box ein Ladevolumen von 289 Litern, auf dem robusten Gepäckträger könnte man noch mehr transportieren. Ich behaupte, mit so einem Rad ist der Getränkeeinkauf *einfacher* als mit einem KFZ, weil man direkt vor dem Geschäft und direkt vor der Haustüre halten und laden kann. Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen großen Getränkemarkt, in dem man das Rad rein rollen kann, je nach Innovationsgrad und Fläche sicher auch ein Alleinstellungsmerkmal.

Schade, dass wir in München sowas nicht hinbekommen. Die Stadt hat vollkommen versagt, sodass nicht mal mehr ein MVG-Rad-Verleihsystem für klassische Räder haben und der Lastenradl-Verein, in dem auch ich passives Mitglied bin, stagniert.

Letztlich ist Vandalismus und Unterschlagung in München ein großes Problem, mangels smarter Schlösse muss auch immer eine persönliche Übergabe erfolgen (es fehlen Stationsbetreiber). Und dann fehlen auch Sponsoren allgemein.

Während in vielen Städten wie Berlin (fLotte) und Köln (KASIMIR) ganze Flotten (in Berlin zu einem sehr großen Teil mit kommunalen Mitteln) angeschafft und solchen Vereinen bereitgestellt werden, passiert in München nichts. Schaut man sich den lokalen Motor-Fetisch an, reichen manuell betriebe Lastenräder in München wohl auch nicht mehr aus. Während man in Ostberlin damit problemlos und nachgefragt damit zu IKEA fährt (der auch Ausleihpunkt ist), würde man in München das Rad nicht mal für den Einkauf in der 2km entfernten Lidl-Filiale nutzen, zumindest könnte ich mir das vorstellen.

Ich bin der einzige, mit einem nichtmotorisierten Lastenrad, nimmt man die sportiven Bullitt und Omnium-Fahrenden aus, die aber eher selten sind. Sobald man jedoch ein Motor am Rad hat, steigt der Verschleiß und im Verleih dann auch das Problem der Akkuladung. Mit Geld vollständig lösbare Probleme, eigentlich…

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