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Hört auf, über die Bahn zu motzen!

Ich kann es nicht mehr hören, dieses ewige Gemotze über Verspätungen, Bauarbeiten und Inkonvenienzen bei der Deutschen Bahn. Es müsste doch langsam der/die Allerletzte begriffen haben, dass die DB ein Sanierungsfall ist und saniert wird, soweit dies politisch zugelassen wird. Das neue Führungspersonal hat durchaus unkonventionelle Entscheidungen getroffen, was das aufgeblähte Management angeht. Auf und neben der Schiene muss aber weiter saniert und gebaut werde, was einfach sehr viel Zeit kostet und weitere Ausfälle bringe wird.

Das müssen wir aushallten.

Wenn wir weiter draufschlagen, verbal, dann setzt sich auch im Hirn der letzten fest, dass die Bahn „unrettbar“ sei und wir verfallen wieder in eine Auto-Republik zurück, die uns erst in diese Probleme geritten hat. Ja, einem „geht das Messer im Sack auf“, wenn man die täglichen Probleme mitbekommt. Aber sie sind längst adressiert und sichtbar, es gibt einen Vorteil, noch mehr negative Reichweite zu generieren. Alles, was jetzt noch draufgeschlagen wird, schädigt das Bahnsystem und seine Aspekte.

Nein, es ist nicht cool, in München über die S-Bahn zu hetzen. Ja, es gibt Ausfälle und Verspätungen, aber sie fährt überwiegend zuverlässig. Bei jeder dämlichen Gelegenheit von den 1-2 Ausfällen im letzten Jahr zu „erzählen“, reduziert die Akzeptanz. Motzen ist nicht konstruktiv. Nichts könnte kurzfristig die Probleme lösen.

Ob zweite Stammstrecke oder Stuttgart21 – die Entscheidungen wurden vor Jahrzehnten getroffen und seitdem umgesetzt. Waren sie alternativlos? Nein. Ändert das was am heutigen Zustand oder perspektivisch in der Zukunft? Nein! Wir müssen da jetzt einfach durch, es geht nur noch die Flucht nach Vorne und dann im Nachgang darum, weitere Fehler zu verhindern oder Lücken zu schließen. Für Stuttgart Hbf bedeutet das, dass die oberirdischen Bahnanlagen nicht im großen Stil zu Immobilienspekulationen führen dürfen, die dann für immer einen weiteren Ausbau verhindern.

Für München: Da hilft nur eine Überwindung des CSU-Auto-Terror-Regimes. Seit Jahrzehnten wurde über eine Express-S-Bahn gesprochen, Transrapid-Stoiber, die ganz Propagandanummer. Bis heute der Flughafen nicht durchgängig angebunden. Noch immer gibt es keinen „Ring“, trotz vorhandener Gleise. Ausbau Poccistraße dauert unfassbar lange, all das hat mit nicht bereitgestellten Finanzmitteln des Landes (CSU) und behindernder Regulierung zu tun. Beispiele hier sind z.B. die Trambahn-Ausbauprojekte.

Ähnliches ist auch im Radverkehr zu beobachten: Selbstverständlich hat die Politik und Verwaltung in den letzten 5 Jahren vollständig versagt, selbst die teuren Alibi-Radwege im Innenstadtbereich sind unter dem, was andere Städte schaffen. Viele Abschnitte sind beschissen und gefährlich ABER trotzdem kann und sollte man in München Radfahren! Ich empfehle es jedem/jeder, auch wenn insbesondere aggressive, Autofahrende und unzureichende Infrastruktur ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Die Radwege und auch Bahnangebote werden nicht irgendwann fertig und alle Probleme sind dann gelöst. Wenn wir bis dahin den Boykott suggerieren, dann werden diese Maßnahme nicht zu Ende geführt und wir verlieren für immer das Momentum.

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