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Professionelles 4G in Deutschland

In den Blogposts über den Glasfaser-Netzausbau und Internet im ICE habe ich bereits einiges zur miserablen Breitbandsituation in Deutschland geschrieben, was aber mit Menschen, die beruflich auf schnelle mobile Datenverbindungen angewiesen sind?

In Deutschland gibt es drei Netzbetreiber: Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica – alle mit diversen Whitelabel-, Reseller und MVNO (Virtuelle Netzwerkbetreiber) mit unterschiedlichen Ausbaustufen, Frequenzbändern und Preisgestaltungen.

Als Einsatzzweck definieren wir mal folgende Anforderungen:

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Deutsche Steuerbürokratie

Als Selbständiger wie auch als GmbH-Geschäftsführer bin ich regelmäßig mit teilweise unfassbar dämlichen Regelungen unseres Steuerrechtes beschäftigt.

Ich bin selbstverständlich dafür, dass möglichst alle Steuerpflichtigen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Kasse gebeten werden, um damit unseren Staat inkl. des Sozialsystems zu finanzieren (über die Mittelverwendung schreibe ich hier mal nichts).

Trotzdem ist das Kriterium der Steuerehrlichkeit primär von den beschränkten eigenen Möglichkeiten abhängig: Angestellte, Selbständige oder kleine Unternehmen haben nur wenig Möglichkeiten sich der Steuerpflicht zu entziehen, zumindest ohne “unsinnige” Ausgaben wie Firmenfahrzeuge oder Schwarzarbeit (utopisch im professionellen Umfeld) etc..

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Warum Ihr kein Glasfaser habt und auch keines bekommen werdet.

Triggerwarnung: Advocatus Diaboli

Die Versorgung mit Breitband-Internet in Deutschland ist ein Elend, in diversen Rankings liegt unser Land weit hinten, insbesondere wenn man die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und den Reichtum unseres Landes einbezieht. In der Öffentlichkeit ist die Schuld klar: Die Telekom.

Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, weswegen ich versuchen werde, das ganze hier mal etwas ausführlicher zu Beschreiben:

Geografische Situation und Agglomeration in Deutschland

  1. Circa 50% der Einwohner leben in einem von 22 Ballungsräumen/Metropolregionen.
  2. Bevölkerungsdichte Deutschlands: Statistisches_Bundesamt_Deutschland_-_Interaktive_Karten_-_AI002-1
  3. Verfügbares Einkommen: Statistisches_Bundesamt_Deutschland_-_Interaktive_Karten_-_AI016-1

Wir sehen, dass sowohl Bevölkerungsdichte als auch das verfügbare Einkommen pro Person unregelmäßig verteilt ist. Das ist bei einem Flächenland wie Deutschland insbesondere mit der Geschichte der deutschen Teilung und des DDR-Unrechtsregimes nicht verwunderlich.

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Deutsche Bahn in der WLAN-Falle

Viele Kunden wünschen sich in Fern- und Nahverkehrsmitteln nutzbares und kostenfreies WiFi (in Deutschland als WLAN bezeichnet), also vereinfacht “gratis Internet”.

Auch ich würde mich sehr darüber freuen und habe mich jahrelang über das schlechte Telekom-Angebot in den DB ICEs geärgert, obwohl ich zeitweise die damals noch kostenpflichtigen Telekom-Hotspots über einen Business-Account nutzen konnte und auch heute noch ab und an 1. Klasse fahre und deshalb bereits jetzt schon kostenfreien Zugang hätte.

Hätte. Denn das WiFi funktioniert oft nicht. Weil der Service im Zug geboten wird, konzentrieren sich die Beschwerden zuerst bei den Zugbegleitern und später beim DB-Support zB auf Twitter. Erst später wird an die Telekom als Betreiberin verwiesen.

Das blieb der Öffentlichkeit nicht unbemerkt, die Bahn in Form von Bahnchef Grube hat unter Druck des CSU-Verkehrsministers Dobrindt ein flächendeckendes, funktionierendes Angebot in 1. und 2. Klasse des ICE-Fernverkehrs bis zum Jahresende 2016 angekündigt.

Nachdem also klar war, dass die Telekom kein funktionierendes System liefern konnte, wurde eine Multi-Providerlösung ausgeschrieben, die sämtliche Mobilfunkanbieter unterstützen soll und damit die Zuverlässigkeit und die Bandbreite sicherstellen soll.

Das wird aber leider nicht funktionieren.

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Ein Jahr später…

Mancher wird sich fragen, warum dieses Blog so lange nicht mehr aktualisiert wurde und warum auch meine anderen Websites seit Jahren keinen refresh gesehen haben. Der Grund ist einfach: Ich habe einfach zu viel zu tun und konzentriere mich auf Dinge, die mir Spass machen und Geld bringen 🙂

Unter der Haube läuft technisch mein vollautomatisiertes DevOps-Setup auf Basis von chef.io und sorgt für Systemaktualisierungen und führt Änderungen kontrolliert aus. Teile davon habe ich bereits 2010 aufgesetzt, sie funktionieren bis heute…

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Was für beeindruckende Karrieren!

Gestern ist das Kanadische E-Commerce-Unternehmen Shopify an die Börse gegangen. Mit einem dualen Listing sowohl an der NYSE als auch an der Toronto Stock Exchange.

Das wäre an sich genommen für uns nichts spannendes, aber die Geschichte hinter den zwei aus Deutschland stammenden Gründern, insbesondere dem CEO, ist extrem spannend und IMHO unbedingt zu erzählen:

Tobias Lütke, heute 34, hat mit 16 in Koblenz die Schule geschmissen und sich stattdessen für eine Ausbildung als Fachinformatiker bei Siemens entschieden. Er lernte dort Java und Java zu hassen.

Auf einem Snowboard-Urlaub in Wistler lernte er und auch sein späterer Mitgründer Daniel Weinand ihre heutigen Ehefrauen kennen und wanderten schliesslich nach Kanada aus.

Aus einem von ihnen aufgebauten Snowboard-Online-Shop entstand dann ein generische Shopsystem als Software as a Service (SaaS) mit heute über 160 000 Shops:

The first Shopify store was our own. In 2004, we took something we loved, snowboarding, and built a business around it. The idea was to set up an online store and create a snowboarding empire. But there was a problem: the software landscape we encountered seemed to work against our ambitions at every step.

— Letter from Tobi http://investors.shopify.com/Home/default.aspx

Tobi entwickelte den Shop in Ruby on Rails, wo er zeitweise Core Team Member war, daneben aber u.a. auch ActiveMerchant, eine OpenSource Bibliothek zur einfachen Anbindung diverser Zahlungsabwickler und vieles mehr: https://github.com/tobi

Daniel Weinand entwickelte mit und kümmert sich bei Shopify um Design und die Firmenkultur.

Selbst 2010, als das Geschäft schon ordentlich brummte, half Tobi auf der Schnitzelconf in Wien gründungswilligen Entwicklern, teilte Rat und seine Erfahrung. Auch ich hatte damals die Gelegenheit mich mit ihm zu unterhalten.

Zwischenzeitlich wurde er “CEO des Jahres” und Shopify wird nach dem Fall von Blackberry mittlerweile als *DAS* Tech-Aushängeschild Kanadas angesehen.

Heute war also der Börsengang. Der Bürgermeister von Ottawa, dem Firmensitz, gratulierte schon artig per Twitter (und hofft bald ordentliche Steuereinkünfte zu verzeichnen ;-).

Was für beeindruckende Karrieren – von beiden!

 

Weiterführende Links:

“Zwei Deutsche mischen Kanadas Gründerszene auf” – Mai 201http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2014/05/12/zwei-deutsche-mischen-kanadas-gruenderszene-auf-3647/

“Tech IPO Scorecard: Shopify Skyrockets 51%” – Mai 2015 http://techcrunch.com/2015/05/21/tech-ipo-scorecard-shopify-skyrockets-51-while-baozun-rises-a-slimmer-4-6/

Shopify Surges in Debut After Larger Than Expected IPO”- Mai 2015 www.bloomberg.com/news/articles/2015-05-20/shopify-raises-131-million-pricing-ipo-above-increased-range

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Podcasting muss sterben, damit Podcasting leben kann!

Podcast ist in den USA im Mainstream angekommen. Lange schon sind Tech-Podcasts in ihren Nischen relevant, doch mit NPRs “This American Life” gehört schon seit Jahren das reichweitenstärkste Format der “non-tech”-Bereich zur Benchmark. Das Team davon hat über die letzten 15 Jahre das Format ausgebaut, neue Formate gestartet und die Monetarisierung verbessert. Jetzt sind sie in der Lage, auch aufwendige Projekte, wie z.B. “Serial”-Podcast vorzufinanzieren und nachhaltig ihre Truppe zu bezahlen.

In Deutschland herrscht bei allen bekannten Podcastern jedoch eine antikapitalistische Einstellung. Es sind Leute, die es sich leisten können, weil sie einen Job haben, der das Hobby bezahlt (z.B. im Staatsdienst) oder eine Ehefrau haben, die im Staatsdienst gut verdient.

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Founders Talk

Ich möchte an dieser Stelle auf drei interessante Videos von Gregg Pollack hinweisen. Gregg ist Gründer von CodeSchool und hat davor ein SW-Entwicklungsunternehmen namens Envylabs (heute: envy) und zwei in der Ruby relativ bekanntenPodcast namens RailsEnvy bzw Ruby5 gestartet.

Aber das ist nur ein kleiner Teil!

Ich hatte 2008 das Glück ihn bei einem Ruby Usergroup-Treffen in München zu treffen, umso mehr freut es mich, dass so viele erfolgreiche Dinge aufbauen konnte und mit CodeSchool auch einen richtig lukrativen Exit hinlegen konnte 😉

Nun hat er in drei relativ langen Videos nochmals seinen Weg und seine Erfahrungen mit Tipps für andere Gründer zusammengefasst. Während einige Dinge nur in den USA realistisch sind, so dürften viele Dinge auch auf Europa übertragbar sein: Gerade die “Lean Startup” Herangehensweise hat sich auch hier durchgesetzt.

Video 1

Kommentare bei CodeSchool

 

Video 2

Kommentare bei CodeSchool

 

Video 3

Kommentare bei CodeSchool

 

Bonus (2006/2007) 😉

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Premature Commoditization?

In der Software-Entwicklung bezeichnet man mit dem Ausdruck “premature optimization” die verfrühte Optimierung einer Anwendung. Dies führt üblicherweise zur Auflösung von Abstraktionsschichten, d.h. zu einer geringeren Lesbarkeit, höheren Komplexität und zu einer geringeren Flexibilität der Software: Ich kann zukünftige Änderungen nicht mehr zentral durchführen, sondern muss mühsam jede Stelle suchen und anpassen.

Sieht man das ganze abstrakt, dann sind auch geläufige Vorurteile/Binsenweisheiten in unserem Lebensalltag eine gewisse Form von “Optimierung”, nämlich der schnellen Entscheidungsfindung und der Vereinfachung von komplexen Zusammenhängen. Dies war in Urzeiten sicher notwendig, um in Krisensituationen (Angriff von Tieren oder Feinden) schnell einschätzen und reagieren zu können, also im besten Falle um zu Überleben.

Auch in der BWL möchte man ein Geschäftsmodell so schnell wie möglich skalieren, also durch Automatisierung und Rationalisierung die Kosten senken (= Rendite steigern), die Umsätze steigern und gegenüber den (potentiellen) Gegner besser aufgestellt sein.

Dies setzt aber einen einfachen Produktzyklus voraus, d.h. nach der initialen Forschungs- und Entwicklungsphase und den Übergang in eine Serienproduktion, werden nur noch wenige Weiterentwicklungskapazitäten notwendig sein: Das Produkt ist fertig, spätestens mit der Auslieferung.

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