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In Memoriam: Adam Wolke / SkylineTV Live

Adam Wolke ist mit nur 38 Jahren verstorben. Viele kennen ihn aus seinen IRL-Streams („in real life“) von Twitch oder früher YouTube. Regelmäßig, teilwiese sogar wöchentlich, streamte er in Full HD von unterschiedlichen Orten und unterschiedlichen Veranstaltungen.

Was heute banal klingt, hat er bereits vor über 10 Jahren begonnen. Als es noch kein 5G gab und 4G nicht flächendeckend. Er hatte bis zu 15 Modems, mehrere Bild-Encoder und ein komplexes Kamerasetup in seinem Rucksack, das weltweit einzigartig war. Er schaffte es somit auch aus einem fahrenden ICE in 1080p (Full HD) zu streamen, ohne Ausfall. Dutzende SIM-Karten, unterschiedlichen Frequenz-Pins (Steering), einen großen Sendepuffer und komplexe Bonding-Logik hat er sich selbst entwickelt und dazu auch eine eigene Community-Software unter skyline.live.

Trailer von 2021:

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Zuschauer, von ihm als „party people“ bezeichnet, konnten ihm Nachrichten schicken, die dann per Sprachsynthese auf einem mitgeführten Bluetooth-Lautsprecher abgespielt wurden, teilweise in sehr unpassenden Situationen, zur Unterhaltung aller.

Ich habe ihn insbesondere in den späten 2010er Jahre regelmäßig verfolgt, als es mir nicht besonders gut ging. Er flog für uns um die Welt, streamte aus San Francisco, Sydney, Tokio (mehrfach) und allen möglichen anderen Orten. Er streamte aus einem Lufthansa-Flugzeug über den Atlantik (allerdings nicht in 1080p), er nahm uns mit bei einem Gleitschirmflug, er fuhr E-Scooter und Fahrrad. Messebesuche aller Art, ob Gamescom, Venus oder Haushaltswaren-Messen – er war dort und wir waren dort virtuell mit dabei.

Unvergessen auch das Meme „Scambetrug“. Da er oft touristische Highlights besuchte, an denen Touristen abgezockt werden, hat er sich das nie nehmen lassen das zu erleben. Er hat wertlose Dinge, hingekritzelte Portraits und anderen Kram gekauft bzw. im Stream malen lassen, obwohl alle wussten, dass es „Scambetrug“ werden wird. Aber die „Künstler“ sprachen im Ausland kein Deutsch und so war doppelt lustig, während er schon lästerte, wie er jetzt abgezogen würde.

Lustig und legendär waren auch Streiche in einem Supermarkt, dem Familia-Markt in Gifhorn. Der kam beim Personal nicht so gut an, dass sogar der Hausmeister ihn vom Gelände gejagt und die Polizei eingeschaltet hat. Das ganze konnte geklärt werden, aber „Hausmeister Gifhorn“ war eine Legende geworden und merhfach besuchte er dieses Kaff erneut (nicht jedoch den Markt, denn dort erhielt er Hausverbot).

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Die Mischung aus Teenager-Humor, Kalauer und doch unvergesselichen Live-Einblicke waren beeindruckend. Niemand anderes hat es nur annähernd geschaft in der Qualität, dem interaktiven Format und der Konsistenz IRL zu machen. Während viele US-IRL-Streamer mit teuren Geräten maximal 2-3 Mobilfunkverbindungen halten konnten, war er schon längst im Selbstbau auch auf damalig schlechte Netzabdeckuhgen in Deutschland vorbereitet.

Mittlerweile ist 5G nahezu flächendeckend, die Bandbreite und Inklusiv-Datenpaketen sind spottbillig geworden, trotzdem war das Format immer noch unterhaltsam.

Mit anderen Größen der dt. Streaming-Szene wurden mehrfach gemeinsame Touren im Ausland unternommen. Mehrfach wurden Dreidräder von Hase ausgeliehen und damit z.B. in Frankreich eine Mehrtagestour gefahren. Der Stream war immer dabei, auch Abends beim Essen.

Adam starb vor einigen Tagen mit nur 38 Jahren an den Folgen eines Hirnaneurysmas.

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